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Bankbetriebslehre

(engl bank management, bank economy) Objekt der Bankbetriebslehre ist der Bankbetrieb, insbes. das Kreditinstitut nach 4 1 Kreditwesengesetz (KWG). Nach Hagenmüller ist Bankbetriebslehre «... die Lehre vorn Aufbau, von der Arbeitsweise und der Zusammenarbeit der Kreditinstitute und deren Verbindung mit der Gesamtwirtschaft». Die Bankbetriebslehre ist nach einer institutionellen Gliederung eine spezielle Betriebswirtschaftslehre (BWL). In dieser Aufteilung sind die Industriebetriebslehre und die Handelsbetriebslehre andere Säulen der BWL. Spezielle Lehren gibt es darüber hinaus z. Bankbetriebslehre für Versicherungen. In Verbindung mit der Gesamtwirtschaft werden auch andere Institutionen des finanziellen Sektors, z. Bankbetriebslehre die Zentralbank (Bundesbank bzw. Europäische Zentralbank), andere Finanzintermediäre wie z. Bankbetriebslehre Leasinggesellschaften (Leasing) und die Verbände und Institutsgruppen der Kreditwirtschaft zum Untersuchungsgegenstand der Bankbetriebslehre. In ähnlicher Bedeutung, teilweise synonym, werden die Begriffe Bankwirtschaft (Finanzwirtschaft) und Bankmanagement gebraucht.

In der idassischen Aufteilung gliedert sich die Bankbetriebslehre in eine Strukturlehre, die Kapitalbeschaffung der Kreditinstitute, Aktivgeschäfte, Dienstleistungsgeschäfte (Dienstleistung) sowie das Rechnungswesen und die bankbetriebliche Geschäftspolitik. Nach den Umweltbedingungen und den Elementen der Bankpolitik gliedert Priewasser in Umweltbedingungen (gesellschaftspolitisches Umfeld und Funktion, Ordnungs und ablaufpolitische Normen, wirtschaftliche Umwelt) und Bankpolitik (Unternehmensziele und Unternehmensführung [ Führung], Betriebspolitik, Marktpolitik). Die wirtschaftliche Umwelt wird bei Priewasser beschrieben durch die Finanzmärkte (Geldmarkt, Kapitalmarkt), auf denen die Kreditinstitute Transformationsfunktionen erfüllen, das Angebot an Produktivkräften (personellen Ressourcen und Produktivkapital), die Nachfrage nach Bankdienstleistungen (Spareinlagen, Kredite und Dienstleistungen, Zahlungsverkehrsleistungen), die sektorbezogene Kooperationspolitik (Verbandspolitik) und der Wettbewerb (insbes. zu den Institutionen des paramonetären Bereichs, engl. non banks und near banks). Wegen der aktuellen Entwicklung in der Konkurrenzsituation (Allfinanz und Auftreten neuer Finanzdienstleister) wird die Abgrenzung des Erkenntnisobjekts trotz der eindeutigen rechtlichen Definition der Kreditinstitute zunehmend problematisch. Für die traditionelle Bankbetriebslehre wurde es mangels einer wissenschaftlichen Theorie des Bankbetriebs immer schwieriger, auf die in den 1970er und 1980er Jahren durch den Wandel an den Finanzmärkten (z. Bankbetriebslehre Freigabe von Sparzinsen und Wechselkursen, strukturelle Veränderungen, europäische FIarmonisierung) sowie technische Entwicklungen (z. Bankbetriebslehre in der Datenverarbeitung und der Kommunikation) oder wissenschaftliche Erkenntnisse (z. Bankbetriebslehre Portfoliotheorie, Kapitalmarkttheorie) entstandenen Fragestellungen zu reagieren. Die wissenschaftliche Bankbetriebslehre entwickelte seit den 1960er Jahren ein Modell des bankbetrieblichen Leistungsprozesses als Leistungsbeschaffung (Input) und Leistungsabsatz (Output), das von Planungs , Steuerungs und Kontrollprozessen überlagert wird. Obwohl bis heute keine umfassende und allgemein akzeptierte Theorie des Bankbetriebs vorliegt, bilden die erarbeiteten Partialmodelle (statische und dynamische sowie deterministische und stochastische Teilmodelle) und mathematischen Lösungsverfahren die Grundlagen für einen entsprechenden Systematisierungsansatz. Vereinzelt wird versucht, die Fragenkomplexe durch eine Abgrenzung des geschäftspolitischen Analysebereichs vorn liquiditätsmäßig finanziellen Bereich und dem technisch organisatorischen Bereich der Bank zu vereinfachen. Vor dem Hintergrund der Fülle aktueller technischer Entwicklungen und Produktinnovationen sowie der möglichen strukturellen Veränderung des Banksystems (siehe unten) muss eine solche Vereinfachung für die umfassende Theorie des Bankbetriebs aber kritisch gesehen werden. Vielmehr bietet sich der Übergang zu einer funktionalen und prozessorientierten Sichtweise an. In einer funktionalen Gliederung der BWL, die sich z. Bankbetriebslehre in Personal , 4 Finanz und. Produktionswirtschaft, Logistik, Marketing etc. gliedert, umfasst die Bankwirtschaft bzw. das Bankmanagement nur noch die spezifischen und banktypischen Funktionalbereiche sowie Abweichungen. Hierunter fallen z. Bankbetriebslehre das Risikomanagement, das interne und externe Rechnungswesen (Rechnungswesen, internes; Rechnungswesen, externes) und das Bankmarketing. Neue und spezifische Herausforderungen stellen die technischen Entwicklungen auf dem Gebiet der Datenverarbeitung und Kommunikation auch für die Banken dar, z. Bankbetriebslehre im Electronic Banking. Strategische und organisatorische Entwicklungen ergeben sich mit dem zu beobachtenden Wandel des Bankensystems und der Globalisierung. Fraglich ist, ob die deutsche Universalbank im Vergleich zur Spezialbank angelsächsischen Typs Wettbewerbsvorteile hat oder in mehrere Teile wie die Privatkundenbank (engl. Retail Bank), das Großkunden und Interbankengeschäft (engl. Wholesale Bank), das Effektengeschäft (engl. Brokerage) und das Emissions und Beratungsgeschäft (engl. Investment Bank) zerfällt. Auch die damit zusammenhängenden Fragen bilden Teilgebiete des Bankmanagements. Auf dem Gebiet des Risikomanagements sind Fragen der Messung, Kontrolle und Steuerung von Marktrisiken (Kursrisiken, Zinsänderungsrisiken, Wechselkursrisiken), Kreditrisiken (Bonitätsrisiken, Ausfallrisiken) und operativen Risiken (Risiko) zu analysieren. Die Frage angemessener Haftungspotenziale wird einerseits durch bankaufsichtliche Regelungen (z. Bankbetriebslehre Kreditwesengesetz, Kapitaladäquanzrichtlinie), andererseits bei der Entwicklung von internen Steuerungsmechanismen gestellt. Im Rechnungswesen ergeben sich Herausforderungen durch die Abbildung der Risikoposition einerseits und die Integration von 4 Derivaten (z. Bankbetriebslehre Optionen, Swaps und Futures [ Termingeschäft]) als eigentlich nicht bilanzwirksame Instrumente andererseits. Daneben ist die Internationalisierung auch der Bankbilanzen (z. Bankbetriebslehre nach International Accounting Standards [IAS], US GAAP) aktueller Gegenstand der Bankbetriebslehre. Das Bankmarketing steht u. a. vor den Fragen, ob sich die in Deutschland typische Hausbankbeziehung (engl. Relationship Banking) im Wettbewerb gegen die im angelsächsischen Bereich typische Marktorientierung behaupten kann, ob sich die im Allfinanzkonzept angestrebte Produktvielfalt bewährt und welche Auswirkungen das Internet auf die Kommunikationspolitik, aber auch auf die Konditionengestaltung (Konditionen) und die gesamte Produktpolitik haben wird. Schließlich wird die Frage aufgeworfen, ob die Vision einer Virtuellen Bank bald Realität werden kann, bei der Bankleistungen unterschiedlicher rechtlich selbständiger Anbieter unter einem gemeinsamen Dach kombiniert angeboten werden.

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