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Risikomanagement

(engl. risk management) Risikosituationen prägen den betrieblichen Alltag, zumal Entscheidungen, die die Zukunft betreffen, ex ante zu treffen sind. Da die Zukunft jedoch unbekannt ist, müssen Entscheidungen unter Risiko getroffen werden. Die mathematische Wahrscheinlichkeitstheorie bietet durch die . Risikoanalyse eine zweckmäßige Abbildung von Risikosituationen an. Dabei lässt sich für jede Entscheidungssituation ex ante eine Wahrscheinlichkeitsverteilung generieren. Der Erwartungswert als ein mit der höchsten Wahrscheinlichkeit anzunehmendes Ergebnis bildet das Erfolgskriterium, während die Standardabweichung als Risikokriterium zu interpretieren ist. Das Risiko einer Entscheidung wird somit nicht definiert, sondern durch die möglichen Auswirkungen beschrieben. Darauf aufbauend erfolgt im nächsten Schritt die Lösung des Entscheidungsproblems. Während bei Spekulation eine Entscheidung auf der unzureichend begründeten Annahme beruht, dass ein bestimmtes Ereignis eintreten wird, kann das Risikomanagement als zielorientierte Veränderung einer Risikosituation aufgefasst werden. In seinem grundlegendsten Fall liegt die risikopolitisch relevante Entscheidung in der Wahl einer alternativen Wahrscheinlichkeitsverteilung der Ergebnisse. Die dabei einzuhaltenden Präferenzvorschriften beschreiben, welche Alternative gegenüber einer anderen vorzuziehen ist. Hierzu zählt beispielsweise das Dominanzprinzip: Es ist der Alternative Vorzug zu gewähren, die verglichen mit weiteren Alternativen in keinem Umweltzustand ein schlechteres und in mindestens einem Zustand ein besseres Ergebnis hervorbringt. Eine eindeutige Dominanz kommt jedoch in der Realität selten zustande, daher kann das .c o Prinzip zum Tragen kommen (# Entscheidungstheorie). Die Entscheidungsfindung richtet sich primär nach der Risikoeinstellung des Entscheidungsträgers. In der neoklassischen Theorie wird ökonomisch rational handelnden Wirtschaftssubjekten Risikoaversion unterstellt: Es ist von mehreren Handlungsalternativen mit identischem Risiko diejenige vorzuziehen, welche den höchsten Erwartungswert hat. Dabei ist zu beachten, dass nach neoklassischem Verständnis die Kenntnis zusätzlicher Informationen zwar zur Verbesserung des Wahrscheinlichkeitsurteils über die Umweltzustände beiträgt, aber das bewirkt nicht ohne weiteres eine Reduktion des mit der Entscheidung verbundenen Risikos. Die Risikoneigung lässt sich in Form von Indifferenzkurven darstellen, d. h. individuellen, subjektiven Rendite isiko Kombinationen. In der Entscheidungstheorie kommt dem Kriterium des Risikonutzens nach Bernoulli besondere Bedeutung zu. Im Rahmen der durch von Neumann und Morgenstern weiterentwickelten Theorie führt der Entscheidungsträger eine subjektive Nutzenbewertung der möglichen Ergebnisse durch, d. h., er ordnet jedem Ergebnis einen Nutzenwert zu. Die Wahl fällt schließlich auf die Alternative, die den größten Erwartungswert des Nutzens aufweist. Die Entscheidung wird somit stark von der zugrunde gelegten Nutzenfunktion bestimmt, die individuell sehr verschieden sein kann. Die Präferenzvorschriften ermöglichen zwar das Treffen einer Entscheidung unter Risiko, jedoch ist dadurch noch keine zielorientierte Veränderung einer Risikosituation eingetreten, wie es vom Risikomanagement zu erwarten ist. Insbesondere im finanzwirtschaftlichen Bereich (Finanzwirtschaft) wurde eine Reihe von Theoremen entwickelt, die dieser Anforderung Rechnung tragen. Henry Markowitz beschreibt in seiner Portfolio Selection Theory erstmalig die Möglichkeit, das Risiko eines Portfolios, in dem zwei oder mehr Wertpapiere enthalten sind, unter das durchschnittliche Risiko der Wertpapiere zu senken. Wichtig ist dabei die Korrelation zwischen den Wertpapieren, die den Zusammenhang zwischen der Renditeentwicldung (Rendite) der Wertpapiere im Portfolio beschreibt. Liegt der Korrelationskoeffizient unter null, so ist das Risiko des Portfolios sogar geringer als das Risiko des Wertpapiers mit dem geringsten Risiko. Bei geschickter Wahl der Wertpapiere hat das Risikomanagement somit die Möglichkeit, das Risiko zu diversifizieren. William Sharpe entwickelte diesen Ansatz weiter, indem er die Frage stellte, welchen Risiko und Erfolgsbeitrag ein einzelnes Wertpapier zum Marktportfolio leistet. Das Capital Asset Pricing Modell (CAPM) unterscheidet zwischen systematischem und unsystematischem Risiko. Einzelne Wertpapiere sind mit beiden Risikoarten behaftet, wobei sich das unsystematische Risiko durch Diversifikation vermeiden lässt. Da etwas Vermeidbares keinen Wert hat, vergütet der Markt dieses Risiko nicht. Bewertungsrelevant bleibt daher ausschließlich das systematische Risiko, das auch als Marktrisiko bezeichnet werden kann. Hierfür erstattet der Markt eine Risikoprämie. Die Höhe des Kurses für ein einzelnes Wertpapier hängt nun vom beta Faktor ab, der sich aus dem Quotienten aus der Kovarianz des Wertpapiers mit dem Markt und des Marktes mit sich selbst berechnet. Die Möglichkeit der Reduktion von Risiken durch Diversifikation findet neben der finanzwirtschaftlichen Anwendung auch Berücksichtigung in weiteren unternehmerischen Entscheidungsbereichen, beispielsweise Unternehmensführung, Produktion, Marketing. Darüber hinaus wurde eine Reihe von Instrumenten entwickelt, die den Handel von Risiken losgelöst vom zugrunde liegenden Geschäft erlauben. Im finanzwirtschaftlichen Bereich werden die zugrunde liegenden Geschäfte als originär, die gehandelten Risiken als derivativ (Derivate) bezeichnet. Termingeschäfte finden ihren Ursprung im Warenbereich, wo bereits im 19. Jahrhundert Agrarerzeugnisse schon Monate vor der Fertigstellung verkauft wurden. Termingeschäfte finden mittlerweile weit verbreitete Anwendung, wenn das Preisrisiko zu einem in der Zukunft liegenden Zeitpunkt ausgeschlossen werden soll. Ein anderes Beispiel ist der Verkauf ausländischer Währung zu einem bestimmten zukünftigen Zeitpunkt, wenn ein Exporteur mit einer für ihn ungünstigen Entwicklung des Devisenkurses (a Devisen) rechnet. Während die Erfüllung von Termingeschäften für alle Kontraktpartner verpflichtend ist, erlauben Optionsgeschäfte dem Käufer einer Option (Long Position) über die Ausübung während der Laufzeit (American Style) oder am Ende der Laufzeit der Option (European Style) selbst zu entscheiden. Der Optionsverkäufer (Stillhalter, Short Position) hingegen ist verpflichtet, den Vertrag zu erfüllen, wenn der Käufer von seinem Wahlrecht Gebrauch macht. Optionsgeschäfte gehen ebenfalls auf Warengeschäfte zurück, wo sie heute z. B. im Bezug auf Rohstoffe nach wie vor sehr große Bedeutung haben. Allerdings war die Ermittlung einer fairen Prämie (Optionspreis) bis zur Herleitung der Optionspreistheorie durch Black und Scholes kaum möglich. Auf der Basis des Wiener Prozesses und der Brown’schen Bewegung gelang ihnen eine Preisfindung, die von allen Marktteilnehmern als fair empfunden wird. Allerdings beschränkt sich der Anwendungsbereich auf Optionen mit kurzfristiger Laufzeit von unter einem Jahr. Dem Risikomanagement ist es daher nicht nur möglich, Risiken durch die Ausnutzung des Diversifikationseffekts zu reduzieren, sondern einzelne Risiken sogar zu verkaufen beziehungsweise durch kompensatorische Geschäfte zu decken. Aus verhaltenswissenschaftlicher Sicht gilt es zu ergänzen, dass Beobachtungen immer wieder irrationales Handeln der Entscheidungsträger aufdecken. Kahneman und Tversky greifen diese Abweichung der Entscheidungsfindung vom rationalen Verhalten des homo oeconomicus auf. In einer verhaltenspsychologischen Begründung der Prospect Theory stellen sie fest, dass sich Entscheidungsträger in Gewinnsituationen risikoavers verhalten und in Verlustsituationen risikofreudig. Die Berücksichtigung dieser Erkenntnis im Rahmen des unternehmerischen Entscheidungsprozesses erleichtert eine zielorientierte Entscheidungsfindung.

Risk Management

1. Das Risikomanagement innerhalb eines Unternehmens :



Alternatives Wort dazu: Risiko-Früherkennung; alternative Bezeichnungen Frühbeurteilung, Vorsorgetherapie. Einstieg sind die Wenn..., dann... - Fragen. Dadurch erzeugt sich um Budgetzahlen herum ein Risikoprofil. Auch technologische Tendenzen sind so zu erahnen. Darin stecken Gefährdungen der getätigten Investitionen. Was z.B. ist mit eigenen Außendiensten, Filialen, Standortinvestitionen, wenn die Mehrzahl der am Markt teilnehmenden Menschen sich des E-Business bedienen will? Was ist, wenn sich das E innerhalb Business to Business abspielt (b2b)?



Für das Risiko-Management ist erst einmal die Risikoidentifikation. Dieser dienen Checklisten, wie in Gruppe 3 eingefügt dieses Sheetbooks. Dann sind Risiken zu bewerten. Die Riskmap nach den Achsen Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenhöhe lässt erkennen berichtspflichtige Risiken. Dies löst Maßnahmen aus zur Risikosteuerung. Dieser Früherkennungs-Regelkreis ist immer im Sinn der mehrjährigen Businessplanung zu sehen.



Risiko Management besteht aus einer systematischen Analyse, der Erkennung und schließlich der Behandlung von Risiken.

Zum Einstieg dienen "Wenn..., dann..." - Fragen. Dadurch erzeugt sich um Budgetzahlen herum ein Risikoprofil. Auch technologische Tendenzen sind so zu erahnen. Darin stecken Gefährdungen der getätigten Investitionen.



In den Überlegungen zu Risikomanagement wird auch als Risiko interpretiert, wenn bestehende Chancen nicht genutzt werden. Die Ansprüche an die Rolle des Controllers als Sparringspartner bei der Planung werden entsprechend größer; denn unterlassene Chancen erfordern Vorstellvermögen. Große Frage, ob eine unterlassene Chance auch ein Verzichten auf mögliche Carve Outs darstellt.



Das Thema ist auch gesetzlich relevant, denn gemäß KonTraG verpflichtet § 91 Absatz 2 des Aktiengesetzes den Vorstand einer AG, geeignete Maßnahmen zu treffen, insbesondere ein Überwachungssystem einzurichten, damit den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen früh erkannt werden. Also das Thema der bestandsgefährdenden Risiken ist herauszuschnitzen; darin enthalten ist auch das Risiko, von einem anderen Unternehmen übernommen zu werden (hostile take over).





2. Das Risikomanagement eines Investment-Managers :



Beim Risikomanagement wird durch den Einsatz von Derivaten versucht, das Risiko eines Investments einzugrenzen. Daneben ist die Risikostreuung (Diversifikation) ein geeignetes Mittel zur Verminderung der Risiken, die bei Kapitalanlagen zwangsläufig auftreten.



Es lassen sich vier Ebenen der Risikostreuung unterscheiden:



  1. die Mischung verschiedener Wertpapierarten

  2. Verteilung des Vermögens auf Aktien und Anleihen mehrerer Emittenten

  3. Branchenstreuung

  4. die Streuung nach Ländern.



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