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Euro-Dollarmarkt

(Euro-Geldmarkt) ist als internationaler Geldmarkt ein Teilmarkt der internationalen Finanzmärkte. Während in den Anfangszeiten die gesamte Geschäftstätigkeit in US-Dollar als einziger Währungseinheit abgewickelt wurde, bildeten sich später eigene Marktsegmente für andere Währungen, wie £, DM, SFR, Yen. Auch die zunächst gegebene geographische Eingrenzung auf Europa mit dem Hauptfinanzplatz London, später zusätzlich Luxembourg, wurde aufgeweicht. Heute wird diese Marktbezeichnung allgemein für internationale Geldmärkte verwendet, die nicht eindeutig lokalisiert sind. Die in Asien gelegenen Euromärkte werden z. Zt. auch mit dem Terminus Asien-Dollarmarkt belegt. Auf den Euro-Dollarmärkten legen Banken, andere Finanzintermediäre, Unternehmen, Regierungen und Privatpersonen kurzfristig liquide Mittel an, während aus dem gleichen Kreis entsprechende Finanzmittel nachgefragt werden.
In der Regel bieten die kapitalnachfragenden Unternehmen bestimmte Titel (mit/ohne Einschaltung von Banken) an. Sie erhalten im Gegenzug eine bestimmte Menge an Währungseinheiten und lösen nach Fristablauf die Papiere wieder ein. Die Kapitalanbieter nehmen diese Titel bis zur Endfälligkeit in ihr Portefeuille. Sie haben aber auch die Möglichkeit, bei plötzlich auftretendem Liquiditätsbedarf die Papiere am Markt unter Kursabschlag zu veräußern.
Bei den Titeln handelt es sich um Euro-Commercial Papers (ECP\'s), Certificates of Deposit (CD\'s), Bankakzepte (bankers acceptances).
Die Verzinsung ist abhängig von der Laufzeit, Bonität des Kapitalnachfragers und vom Marktzinsniveau. Sie erfolgt auf der Basis LIBOR (CD\'s auf LIBID) plus Aufschlag (minus Abschlag). Die Papiere werden i. d. R. mit dem entsprechenden Diskont (abhängig vom Marktzinssatz, Laufzeit und Bonität) ausgegeben.
Die Grenzen zwischen Euro-Dollarmarkt und Euro-Kreditmarkt verschwimmen z. T., da sich in jüngster Zeit neue Finanzierungsformen auf Basis der Geldmarktinstrumente am Eurokredit durchgesetzt haben ( Securitization, Note Issurance Facility, Revolving Underwriting Facility).

Ein Euro-Markt, auf dem US-$ gehandelt werden. Ein Außenmarkt der Währung der USA, der unabhängig von einer bestimmten geographischen Region ist und nicht unter der Aufsicht des Federal Reserve Systems steht.

Ein internationaler » Geld und Kapitalmarkt, auf dem an europäischen Finanzplätzen (in erster Linie London, dann Luxemburg) auf USDollar lautende kurzfristige Bankguthaben bei nichtamerikanischen Banken sowie mittel und langfristige, von internationalen Bankenkonsortien begebene USDollaranleihen (sog. Eurobonds) gehandelt werden. Im engeren und weithin gebräuchlichen Sinne wird die Bezeichnung nur auf den Geldmarkt bezogen verwendet. Als solcher ist dieser Finanzmarkt Ende der 50er Jahre entstanden, hauptsächlich bedingt und in seinem Wachstum gefördert durch die seinerzeit anhaltend hohen Zahlungsbilanzdefizite der USA, die hohe Eventualverbindlichkeiten USDollarGuthaben ausländischer Gläubiger zur Folge hatten; eine Reihe von USamerikanischen Vorschriften, vor allem die vorhandenen Zinsregelungen (»Regulation Q«) führten begünstigt durch den Übergang zur freien Konvertibilität verschiedener europäischer Währungen dazu, daß diese Guthaben nach Europa Verlagen wurden. Das reibungslose Funktionieren des Marktes zog auch andere Gelder an (z. B. Überschüsse von ölexportierenden Ländern). Um aus solchen Bankguthaben mit im allgemeinen kurzer Befristung längerfristige Kredite gewähren zu können, wurde die Form des RolloverKredits entwickelt, bei der der Zinssatz im Rahmen einer langfristigen Kreditzusage periodisch an die Geldmarktlage angepaßt werden kann (u. U. verbund en mit einem Gläubigerwechsel). Die maßgebliche Orientierungsgröße ist der Londoner Geldmarktsatz LIBOR (= London Interbank Offered Rate), auf dessen Basis solche Kreditgeschäfte in der Regel abgeschlossen werden (LIBOR plus Zuschlag). Angesichts der raschen Entwicklung des neuen Marktes kam es zu einer Ausweitung in zweierlei Hinsicht: Zum einen bildeten sich solche Märkte in anderen Wichtige n Währungen (insbesondere in Schweizer Franken und Deutscher Mark) außerhalb ihrer heimischen Währungsgebiete und unbeeinflußt von deren währungspolitischen Regelungen. Man spricht daher vielfach nicht mehr vom EuroDollarMarkt, sondern vom Euromarkt schlechthin, auf dem aber nach wie vor der USDollar dominiert. Zum anderen entstanden gleichartige Märkte außerhalb Europas, so in den OffshoreZentren der Karibik (z. B. auf den Bahamas, Bermudas, CaymanIn seln) und im Mittleren Osten (Bah rain) sowie der sog. AsienDollarMarkt im Fernen Osten (Hongkong, Singapur). Nicht selten sind alle diese Märkte (manchmal auch unter Einbe ziehung des Kapitalmarkts) gemeint, wenn vom Euromarkt oder von Eu romärkten die Rede ist. Um die dort getätigten Finanztransaktionen in die USA zurückzuholen, wurden im Jah re 1981 für New York und andere USamerikanische Finanzplätze zur Abwicklung internationaler Finanz geschäfte die sog. International Bank ing Facilities geschaffen, in deren Rahmen von den für inländische Geschäfte dieser An geltenden Rege lungen weitgehend ausgenommen (z. B. von Zinsregelungen und Mindestreservevorschriften) n den USA tätige Kreditinstitute unter be stimmten Voraussetzungen Gelder aus dem Ausland entgegennehmen und an ausländische Schuldner auslei hen können. Die Bank für Interna tionalen Zahlungsausgleich (BIZ), Basel, berichtet regelmäßig (u. a. jährlich in ihren Geschäftsberichten) aufgrund statistischer Erhebungen über die Entwicklung der Euromärk te.

Internationaler Geldmarkt; Markt, an dem Eurodollar gehandelt werden. Vor allem in London etabliert, aber auch im fernen Osten (Asiendollarmarkt).

Euromarkt

internationaler Markt, auf dem kurzfristige (Eurogeldmarkt) und langfristige Kreditgeschäfte (Euroanleihemarkt) abgewickelt werden, und zwar auf der Grundlage von ortsfremden Währungen und zwischen Marktparteien, die (vom Handelsort und von der Transaktionswährung her gesehen) beiderseits Währungsausländer sind. Es gelten ortsfremde, eben internationale Usancen, so dass nationale Regulierungen nicht greifen. Auch im Währungsgebiet der Transaktionswährung selbst können von internationalen Finanzinstituten Geschäfte zu Eurodollarbedingungen abgewickelt werden. Der traditionsreichste und nach wie vor bedeutendste Platz ist London, wo zunächst Filialen amerikanischer Banken Dollarkonten für Ausländer (im Sinne der britischen Devisengesetzgebung) errichteten, die ihre Sichtguthaben bei Banken in den USA abtraten. Das Geschäft wurde rasch von englischen Banken übernommen und entfaltete sich schließlich auch auf dem Kontinent (Luxemburg, Zürich, Paris). Daneben entstanden außereuropäische Eurodollar- bzw. Eurowährungszentren v.a. in New York, aber auch in Kanada, Japan und in Offshore-Bereichen (Bahamainseln, Kaimaninseln, Panama, Hongkong, Singapur). Als dominierende Transaktionswährung im Außenwirtschaftsverkehr spielte der Dollar auf dem Euromarkt eine herausragende, allerdings nicht unangefochtene Rolle. Die Bezeichnung Eurodollarmarkt ist jedenfalls sowohl in regionaler als auch währungstechnischer Hinsicht nur pars pro toto zu verstehen. Ende 1997 beliefen sich die aus internationalen Nettofinanzierungen resultierenden Bilanzstände im Beobachtungsbereich der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) auf 7 585 Mrd. US-Dollar. An den von Doppelzählungen noch unbereinigten Werten hatten internationale Bankkredite den höchsten Anteil (60 %), gefolgt von ausstehenden internationalen Anleihen und Notes (38 %) sowie Geldmarktinstrumenten (2 %). Die Tendenz ist nach wie vor steigend, doch sind Verharrungsphasen nicht mehr ungewöhnlich. Der Eurogeldmarkt ist in erster Linie ein Interbankengeldmarkt, der günstige Anlagenmöglichkeiten für inländische Liquiditätsüberschüsse bietet und hohe Kapazitäten im Fall inländischer Liquiditätseng-passe bereitstellt. Seine hohe Effizienz als Kapitaldrehscheibe erlaubt darüber hinaus eine bessere Nutzung der vorhandenen Liquidität zwischen den Banken verschiedener Funktionen und Sparten. Marktteilnehmer sind ferner Währungsbehörden, sowohl als Anbieter als auch als Nachfrager, und Unternehmen, durchwegs erste Adressen, die per Saldo Kreditnehmer sind. In beträchlichem Umfang treten auch öffentliche Stellen insbes. als Kreditnehmer auf. Die Anbieter finden auf dem Eurogeldmarkt weitgehend von nationalen Reglementierungen befreite Anlagemöglichkeiten. Aufgrund des Fehlens von Quellensteuern sind die Bruttoerträge nahezu gleich den Nettoerträgen. Das Geschäft floriert nicht zuletzt auch deshalb, weil sich die Zinsspannen frei von Belastungen durch Mindestreserven niedrig halten. Das Zinsniveau liegt bei Einlagen gewöhnlich über, bei Krediten unter demjenigen im Währungsursprungsland. Die Zinsentwicklung vollzieht sich dagegen weitgehend gleichläufig zum Währungsursprungsland. Der Eurogeldmarkt hat hocheffiziente Instrumente und Techniken ausgebildet. Die Roll-over-Technik (Koppelung der Zinsen an die Interbanksätze) erlaubte es den Banken in Zeiten der Geldverknappung oder starken inflationistischen Drucks, hohe Zinsen auch auf kurzfristige Anlagen zu gewähren und kurzfristige Einlagen langfristig auszuleihen, weil kein Zinsrisiko entsteht. Die Konsortialtechnik (Aufteilung der Kreditgewährung auf eine große Anzahl von Banken) gibt dem Markt eine außerordentlich große Bereitstellungskapazität. Die Palette wird laufend reichhaltiger, v.a. auch in den mittleren Fristigkeiten (Euronotes). Geradezu stürmisch ist die Entwicklung bei den derivativen Finanzinstrumenten (Zinsoptionen, -futures, -swaps, Währungsswaps), und zwar dank neuer Märkte, fortschreitender - Deregulierung und operativer Finanzinnovationen wie Bildschirmhandel. Den Kreditnehmern bietet der Eurogeldmarkt günstigere Konditionen als die nationalen Geldmärkte, denen es oft an Tiefe und Breite mangelt. Seine hohe Kapazität empfahl ihn hauptsächlich öffentlichen Stellen zur Finanzierung von Zahlungsbilanzdefiziten. Die Roll-over-Technik enthebt die Kreditnehmer dabei des Risikos überhöhter Zinsen (wenn Geld verbreitet billiger wird). Da alle nationalen Märkte zumindest zeitweilig von harten Devisen-und Anlagerestriktionen betroffen waren, übernahm der Eurogeldmarkt die Funktion der Drehscheibe des internationalen Kapitalverkehrs. Bei Lockerung der Kapitalverkehrskontrollen empfiehlt sich der Euromarkt als Instrument der Zinsarbitrage (wenn nationale und internationale Zinsentwicklung divergieren), der Portefeuillediversifikation und Wechselkursspekulation. Der Eurogeldmarkt erleichtert in OberschuBländern den Zentralbanken (die das Währungsrisiko nicht vermeiden können) die Reservehaltung in Devisen, da er Diversifizierungsmöglichkeiten bietet. Für Defizitländer hält er eine »günstige«, weil nicht mit Auflagen (wie die Konditionalität des Internationalen Währungsfonds) verbundene Finanzierungsmöglichkeit bereit. Er hat darum zur Aufblähung der nationalen und internationalen Liquidität beigetragen. So bedeutet z.B. die Anlage von Devisen am Eurogeldmarkt für die einzelne Zentralbank einen Aktivtausch innerhalb der -+ Währungsreserven. Die Inanspruchnahme des Eurogeldmarktes durch (nicht selten offiziell ermunterte) Gebietsansässige derselben Zentralbank holt die Devisen ins Land zurück. Ein Umtausch in Inlandswährung erhöht das Geldvolumen unmittelbar und mittelbar (über den Prozess der multiplen Kreditschöpfung), speist aber darüber hinaus die Devisen erneut in die Währungsreserven ein. Neben inflationistischen Wirkungen kann der Eurogeldmarkt weitere destabilisierende Effekte für die -internationale Währungsordnung haben: Er stellt der Währungsspekulation einen technisch außerordentlich effizienten, durch die Währungsbehörden nahezu unkontrollierbaren Apparat und überdies umfangreiches Kapital zur Verfügung. Makroökonomische Ansätze zur Klärung von Funktions- und Wirkungsweise des Euromarktes sind nicht ausgereift. Der häufig vertretene Kreditschöpfungsansatz achtet zu wenig auf die Zinswirkungen, die den Kreditschöpfungsmultiplikator instabil machen. Die Vermutung eines hohen Multiplikators geht ferner an der Tatsache vorbei, dass die Fristentransformation am Euromarkt (kurzfristige Hereinnahme, langfristige Ausreichung) nicht stark genug ist, um einen hohen Liquiditätseffekt zu bewirken. Das mit dem Multiplikatoransatz konkurrierende, die Zirkularität von nationaler Geldschöpfung und Reservewachstum über die Euromärkte betonende Nachfragemodell trägt dem Widerstand der durch Überwachungsmaßnahmen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich zunehmend besser informierten und kooperierenden Zentralbanken zu wenig Rechnung. Vermutlich haben wechselnde Umstände mit gleicher Impulsrichtung die Entfaltung des Marktes begünstigt. Die einzige Konstante mag die zerrüttete internationale Währungsordnung sein. Die Ausbreitung des Floaten seit 1973, von der man hätte vermuten können, dass sie mit verringertem Bedarf an internationaler Liquidität auch den Euromarkt beeinträchtigen würde, hinterliess keine derartigen Wirkungen. Die zusammenhanglosen Wechselkursregelungen der neuen Währungsordnung gaben ihm offenbar sogar Auftrieb. Die Euromärkte üben in gewissem Umfang Pufferfunktion aus. Liquiditätsfülle der Banken führt dem Markt Liquidität zu; sie wird i.d.R. von Ländern mit Zahlungsbilanzschwierigkeiten mühelos aufgenommen. Emissionszurückhaltung der Unternehmen schwächt den Euromarkt erfahrungsgemäss schneller und stärker als den jeweiligen Binnenmarkt. Bankenkrisen, die seit der Verschuldungskrise zu Beginn der 80er Jahre keine Ausnahmeerscheinung mehr darstellen, führen zur Austrocknung ganzer (Währungs-)Segmente. Der Interbankenmarkt hat für Bonitätsrückstufungen ein waches Interesse entwickelt und reagiert unverzüglich mit Kürzung der Kreditlinien sowie Abruf von Einlagen. Literatur: Hasewinkel, V. (1993). Denning, U. (1987). Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (Jahresberichte)

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