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multinationales Unternehmen

(transnationales, internationales Unternehmen) Unternehmen, das in mehreren Ländern tätig ist, wobei aer rrozeis aer Leistungserstei- lung und der Leistungsverwertung gleichzeitig im In- und Ausland erfolgt. Meist durchläuft eine Unternehmung verschiedene Phasen der Internationalisierung auf dem Weg zum multinationalen Unternehmen (Auslandsinvestition): (1)  Import von Produktionsfaktoren (z.B. Rohstoffe), (2)  Export und Verkauf von Produktionsüberschüssen durch selbständige Händler oder eine eigene Vertriebsorganisation, (3)  Errichtung von zentral gelenkten Tochtergesellschaften, (4)  autonome, den jeweiligen Markterfordernissen angepasste Eigenproduktion der Tochtergesellschaften, (5)  Kooperation der Tochtergesellschaften mit Unternehmen aus Drittländern, (6)  grenzüberschreitende Fusionierung, (7)  Bildung multinationaler Konzerne, bei denen die Unternehmensstrategie länderüber- greifend konzipiert wird und das Kapital weltweit gestreut ist. Komplexität und Verschiedenartigkeit der Umwelt stellen hohe Anforderungen an die Organisationsstruktur, die Informations- und Kommunikationssysteme sowie die Planung. Bei der Steuerung multinationaler Aktivitäten spielen besonders die Finanzpolitik und die Finanzplanung eine herausragende Rolle.

Definition für Unternehmen, die in mehreren Staaten tätig sind. Weltweit operierende Unternehmen sind bestrebt, durch geeignete Standortwahl und unter Berücksichtigung wirtschaftspolitischer, rechtlicher sowie steuerlicher Aspekte ihre Unternehmensziele optimal zu verwirklichen. Vorteile ergeben sich dabei unter anderem aus der Umgehung von Handelshemmnissen, der Ausnutzung umweit- und lohnpolitischer Standards, der Nutzung internationaler Humanressourcen und Finanzierungsquellen (Global Resourcing).

(engl. multinational enterprises) Multinationale Unternehmen sind Unternehmen, die in mehreren Staaten tätig sind. Weltweit operierende Unternehmen sind bestrebt, durch geeignete Standortwahl (Standorttheorie) und unter Berücksichtigung wirtschaftspolitischer, rechtlicher sowie steuerlicher Aspekte ihre Unternehmensziele optimal zu verwirklichen. Vorteile ergeben sich dabei unter anderem aus der Umgehung von Handelshemmnissen, der Ausnutzung umwelt und lohnpolitischer Standards, der Nutzung internationaler Humanressourcen (Humanressourcen Management, Humankapital) und Finanzierungsquellen (siehe auch Globalisierung, Internationalisierung).

sind Unternehmen, die mindestens in zwei Ländern (durch Tochtergesellschaften, Zweigniederlassungen, Betriebsstätten) tätig sind.

Siehe auch: Internationale Unternehmung



(= transnationale Unternehmen) Unternehmen mit Betriebsstätten in mehr als einem Staat, die aufgrund von Direktinvestitionen entstanden sind. In der Theorie multinationaler Unternehmen werden drei Idealtypen unterschieden: Horizontal integrierte multinationale Unternehmen haben ein identisches oder ähnliches Produktionsprogramm in ihren Betrieben im In- und Ausland; vertikal integrierte multinationale Unternehmen wickeln verschiedene Stufen des Produktionsprozesses der von ihnen hergestellten Güter in Betrieben im In- und Ausland ab; diversifizierte multinationale Unternehmen produzieren im In- und Ausland Güter, die miteinander weder im oben definierten Sinne horizontal noch vertikal in Beziehung stehen. Für die Analyse der Bestimmungsgrunde der Existenz horizontal integrierter multinationaler Unternehmen ist das Konzept der intangible assets (firmenspezifische Vorteile in Form immaterieller Aktiva) zentral: Neben Größen wie Arbeitskräfte und Kapitalgüter können auch immaterielle Faktoren wie Wissen, organisatorische und unternehmerische Fähigkeiten und Zugang zu Märkten einer Unternehmung Erträge bringen. Das Unternehmen wird im Rahmen der Maximierung seines Gewinns bestrebt sein, auch auf Auslandsmärkten Erträge aus diesen firmenspezifischen Vorteilen zu ziehen. Versagt der Markt beim internationalen Austausch der intangible assets, wird diese internationale Nutzung unternehmensintern in Form eines multinationalen Unternehmens organisiert. Für ein Marktversagen sprechen hierbei drei Gründe: Erstens hat das firmenspezifische Wissen in vieler Hinsicht den Charakter eines öffentlichen Gutes (es besteht Nichtrivalität im Konsum, ein neuartiger Produktionsprozess etwa kann an mehr als einer Stelle erfolgreich zum Einsatz kommen); gesamtwirtschaftliche Allokationseffizienz würde daher einen Preis von Null (in Höhe der Grenzkosten) erfordern, aber hieran hat die den spezifischen Vorteil besitzende Unternehmung angesichts ihrer Kosten bei der Entwicklung verständlicherweise kein Interesse. Zweitens droht beim Markttausch von intangible assets die Gefahr opportunistischen Verhaltens, denn ein potentieller Käufer ist vom Wert etwa einer Erfindung nur voll zu überzeugen, wenn der Verkäufer ihn in alle Einzelheiten einweiht. Falls nun keine Eigentumsrechte (etwa in Form von - Patenten) durchsetzbar sind, besteht die Gefahr einer kostenlosen Nutzung des Wissens durch die andere Marktseite. Drittens besteht Unsicherheit beim potentiellen Käufer, ob das firmenspezifische Wissen auch bei ihm einen Ertrag abwerfen wird, der den geforderten Kaufpreis rechtfertigt. Kommt es wegen der Besonderheiten des Marktes für intangible assets nicht zur Vergabe von Lizenzen an ausländische Unternehmen und verhindern Importbeschränkungen oder Transportkosten den Export in diese Länder, dann entsteht ein horizontal integriertes multinationales Unternehmen. Nach diesem Internalisienmgs-Ansatz ist ein multinationales Unternehmen eine Organisation, die ihren internen Markt zur effizienten Produktion und Verteilung einer Güterart nutzt, bei der externe Märkte versagen; dies gestattet die Definition und Sicherung von Eigentumsrechten an Wissen durch die Kontrolle der Nutzung und fördert damit seine mit privaten Kosten verbundene Produktion durch Investitionen in Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Vertikal integrierte multinationale Unternehmen lassen sich ebenso wie horizontal integrierte mit Transaktionskosten-Überlegungen erklären: Anreize zur Internalisierung des Zwischenprodukt-Marktes folgen aus den mit Wechseln des Lieferanten verbundenen Kosten und damit einhergehenden Anreizen zu opportunistischem Verhalten, den hieraus abzuleitenden Tendenzen zum Abschluss langfristig bindender Verträge mit genauer Spezifikation der Folgen möglicher zukünftiger Umweltzustände sowie den hohen Kosten, die mit solchen Verträgen bei Aushandeln, Abschluss und Überwachung verbunden sind. Hinzu kommt Marktversagen bei Informationen über zukünftige Preise und verfügbare Mengen wichtiger Rohstoffe: Diese Informationen können am kostengünstigsten (oder sogar nur) von den Eigentümern der Vorkommen produziert werden; diese haben aber keinen Anreiz dazu, sie den Abnehmern mitzuteilen, da der zu erzielende Preis höher sein kann, wenn die Abnehmer auf Grund fehlender Informationen höhere Produktionskapazitäten aufbauen. Direktinvestitionen in Firmen, die vertikal vor- oder nachgelagerte Produktionsschritte ausführen, stellen eine unternehmensinterne Lösung dieser Probleme dar. Ferner finden sich vertikal integrierte multinationale Unternehmen in Industrien, wo die Produktion auch arbeitsintensive Teilprozesse einschließt und wo daher ein starker Anreiz bestehen kann, geeignete Teilschritte der Produktion in Länder zu verlagern, in denen (unter Beachtung von Produktivitätsunterschieden sowie Transport- und Kommunikationskosten) die Produktionskosten auf Grund niedrigerer Löhne geringer sind. Diversifizierte multinationale Unternehmen können theoretisch aus der Anwendung des Diversifikationsprinzips der Portfoliotheorie erklärt werden, denn eine Streuung der Aktivitäten über mehrere Produktionsbereiche und über mehrere Länder wird, wenn die mit den einzelnen Produktionen verbundenen Risiken nicht oder negativ korreliert sind, das Gesamtrisiko senken. In der Realität sind neben diesen drei Idealtypen multinationaler Unternehmen auch solche anzutreffen, die jeweils zwei oder alle drei Typen in sich vereinen und die daher aus mehr als einem der genannten Gründe existieren. Jede empirische Untersuchung der Tragfähigkeit dieser theoretischen Überlegungen zur Erklärung der Existenz von multinationalen Unternehmen ist sehr schwierig, da sich zentrale Konzepte (firmenspezifisches Wissen, Transaktionskosten) einer direkten Messung entziehen. Vorliegende ökonometrische Analysen auf der Basis von Daten für deutsche Industrien und Unternehmen deuten jedoch darauf hin, dass die Bedeutung von Direktinvestitionen mit der Technologieintensität des Wirtschaftszweigs (einer Proxy-Variable für das Ausmass firmenspezifischen Wissens) zunimmt. Literatur: Wagner, J. (1991). Caves, R.E. (1982)

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