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Weltbank

Umgangssprachliche Kurzbezeichnung für Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. Die Weltbank, die 1945 gegründet wurde und die sich im Wesentlichen durch die Emission von Schuldverschreibungen finanziert, hat heute vor allem die Aufgabe der Finanzierung von Entwicklungsländern bzw. Projekten in diesen Ländern.

Auf der Konferenz von Bretton Woods im Jahr 1944 wurde außer dem Internationalen Währungsfonds (IWF) auch die Weltbank gegründet.

Dabei ging es zunächst um den Wiederaufbau Europas nach dem Zweiten Weltkrieg. Zu Beginn der fünfziger Jahre wurde dann die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung in weniger entwickelten Staaten und deren dauerhaftes Wirtschaftswachstums bei gleichzeitiger Integration in die Weltwirtschaft zum Hauptaufgabengebiet der Weltbank. Mit der allmählichen Übertragung zusätzlicher Aufgaben (Währungsangelegenheiten der Entwicklungs- und Schwellenländer) auf den IWF haben sich die Aufgaben der Weltbank weiter verändert. Inzwischen stehen Maßnahmen zur Armutsbekämpfung und umweltpolitische Aspekte im Vordergrund, außerdem wird die Selbstversorgung der Dritte-Welt-Länder durch den Aufbau der Landwirtschaft gefördert.

Der Realisierung dieser Ziele dienen unter anderem

• die Vergabe von Krediten an Regierungen,
• die Koordination der Entwicklungshilfe für einzelne Staaten und
• die Beratung der Regierungen, etwa bei der Verbesserung der Attraktivität ihrer Staaten für ausländische Investoren.

Im Mittelpunkt dieses Instrumentariums stehen finanzielle Unterstützungen. Langfristige Darlehen haben eine Laufzeit von 15 bis 20 Jahren. Der Kreditzins orientiert sich am jeweiligen Kapitalmarktzins. Die Refinanzierung der Weltbank erfolgt zum einen durch die Mitgliedsländer, zum anderen durch Anleihen am Kapitalmarkt. Entwicklungsländer erhalten einen günstigen Kreditzins: Da sie ein vergleichsweise hohes Ausfallrisiko bei Zinsen und Tilgungen haben, damit auch schlechte Bonität und schlechtes Rating, käme es bei regulärer Kreditaufnahme zu entsprechenden Risikozuschlägen. Ein Weltbankkredit stellt also für das Empfängerland eine Subvention in Höhe des nicht anfallenden Risikozuschlags dar. Sehr arme Länder erhalten nahezu zinslose Kredite mit Laufzeiten von 35 bis 50 Jahren.

Die Weltbank oder die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (International Bank for Reconstruction and Development, IBRD) wurde zusammen mit dem IWF anlässlich der Währungsund Finanzkonferenz der Vereinten Nationen im Juli 1944 in Bretton Woods konzipiert; das Abkommen trat 1945 in Kraft. Zwischen Weltbank und IWF findet insofern eine Arbeitsteilung statt, als dass der IWF prinzipiell für kurzfristige Zahlungsbilanzprobleme seiner Mitglieder verantwortlich ist, während sich die Weltbank der Finanzierung längerfristiger Entwicklungsaufgaben widmet (vgl. Koch, 1998b, S. 71f). Die ursprüngliche Aufgabe der Weltbank bestand in der Bereitstellung langfristigen Kapitals für den Wiederaufbau der vom Krieg zerstörten Länder. Im Zeitablauf hat sich jedoch die Abgrenzung zwischen beiden Institutionen verwischt. Heute werden sämtliche Mittel an Entwicklungsländer für Projekte bereitgestellt, die für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes von besonderer Bedeutung sind. Hierbei handelt es sich vor allem um Infrastrukturprojekte, Maßnahmen zur ländlichen Entwicklung, Projekte im Bildungsbereich sowie Vorhaben zur Förderung des Umweltschutzes. Neben diesen Projekten vergibt die Weltbank auch Kredite an ihre Mitgliedsländer für die Entwicklung bestimmter Wirtschaftssektoren, wie z.B. Bergbau oder Fischerei (so genannte Sektoralanpas-sungsdarlehen) sowie für Umstrukturierungsmaßnahmen der gesamten Volkswirtschaft zur Überwindung von Leistungsbilanzproblemen, z.B. im Zusammenhang mit Umschuldungsabkommen oder beim Übergang zu marktwirtschaftlichen Wirtschaftsordnungen (so genannte Strukturanpassungsdarlehen). In diesen Bereichen arbeitet die Weltbank eng mit dem IWF zusammen.

Die Weltbankkredite werden verzinst und stehen mittel- bis langfristig zur Verfügung (15 bis 20 Jahre, 3 bis 5 tilgungsfreie Jahre). Die Kredite werden von der Weltbank auf Grund der Tatsache, dass ihr Kapital von den Industriestaaten garantiert ist, auf dem internationalen Kapitalmarkt zu günstigen Konditionen aufgenommen und an die betreffenden Entwicklungsländer weitergeleitet. Der den Entwicklungsländern berechnete Zinssatz ist so kalkuliert, dass sämtliche Kosten einschließlich derjenigen der Kapitalbeschaffung gedeckt sind. Kredite zur Förderung privater Investitionen (IFC-Kredite) werden zu ungünstigeren Konditionen gewährt als normale Weltbankkredite oder Kredite der Internationalen Entwicklungs-Organisation (IDA-Kredite) an die am wenigsten entwickelten Länder (Least Developed Countries). Die Weltbank gilt als einflussreichste Organisation im Bereich der internationalen Entwicklungspolitik (Welthandelsstruhuren). In knapp 50 Jahren bewilligte sie fast 6.000 Kredite. Die Kapitalanteile der Weltbank sind im Besitz der beteiligten Staaten, wobei die Stimmrechte von den Kapitalanteilen abhängig sind. So verfügt beispielsweise die USA über rund 15,4 % Kapitalanteile, Japan über 8,9 %, Deutschland über 6,9 %, Großbritannien über 6,6 % und Frankreich über 5,4 % Kapitalanteile (vgl. Koch, 1998b, S. 73).

Die Organisationsstruktur der Weltbank ist vergleichbar mit der des IWF Oberstes Entscheidungs- und Kontrollorgan ist der Gouverneursrat, in den jedes Mitgliedsland einen Gouverneur und einen Stellvertreter entsendet. Die Überwachung des Tagesgeschäfts der Verwaltung, die Genehmigung der Beschlüsse zur Kapitalvergabe und auch politische Entscheidungen werden von einem Exekutivdirektorium getroffen, in das die sieben größten Kapitalgeber Exekutivdirektoren entsenden. An der Verwaltungsspitze steht ein Präsident und mehrere Vizepräsidenten, wobei der Präsident aus Tradition ein US-Amerikaner ist. Die Weltbank verfügt über mehrere Tochterorganisationen, die gleichzeitig die Internationalen Finanzinstitutionen darstellen und sich zum Teil in ihren Aufgabenbereichen überschneiden.

In der Umweltwirtschaft:

Die 1944 gegründete Weltbank (engl. International Bank of Reconstruction and Development (IBRD)) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen (UN.). Ursprüngliches Ziel war, die durch den 2. Weltkrieg geschädigten Länder zu unterstützen. Heute werden hauptsächlich Entwicklungsländer gefördert.

Im allgemeinen Sprachgebrauch übliche Bezeichnung für die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (International Bank for Reconstruction and Development, IBRD), die zusammen mit ihren Schwesterorganisationen Internationale Entwicklungsorganisation, Internationale Finanz-Corporation (IFC) und —Multilaterale Investitionsgarantie-Agentur (MIGA) die sog. Weltbankgruppe bildet. Im offiziellen Sprachgebrauch dieser Organisationen wird unter dem Begriff "Weltbank" die IBRD zusammen mit der IDA verstanden. Die Gründung der rechtlich selbständigen IBRD wurde 1944 auf der Währungs- und Finanzkonferenz der Vereinten Nationen in Bretton Woods zusammen mit der Gründung des Internationalen Währungsfonds (IWF) beschlossen. Nach Inkrafttreten der Satzung am 27. 12. 1945 durch Unterzeichnung von 28 Staaten nahm die IBRD am 25. 6. 1946 in Washington ihre Tätigkeit auf. Seit dem 3. 11. 1947 besitzt sie den Status einer Sonderorganisation der UN. Die Mitgliedschaft steht allen Mitgliedern des IWF offen. Im Oktober 1991 gehörten der IBRD 156 Länder an. Die Aufgabe der IBRD besteht in der Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung der Mitgliedsländer durch ·    die Vergabe von Darlehen zur Finanzierung von produktiven Investitionen, die von hoher Priorität für die wirtschaftliche Entwicklung der Schuldnerländer sind, ·    die Gewährung von technischer Hilfe für entwicklungsbezogene Projekte und ·    die Koordinierung der Entwicklungshilfe durch die Bildung sog. Koordinierungsgruppen und die Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen wie z. B. der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UN (FAO), oder dem Entwicklungsprogramm der UN. Zunächst setzte die Weltbank ihre Mittel überwiegend zum Wiederaufbau Europas ein. Nach dem Anlaufen des Marshall-Plans imJahr 1948 verlegte sie das Schwergewicht ihrer Tätigkeit auf die wirtschaftliche Förderung der Entwicklungsländer, wobei das vorrangige Ziel die Überwindung der Armut ist. Seit dem Einsetzen des Reformprozesses in den osteuropäischen Ländern widmet sie sich auch der Unterstützung dieser Reformen. So entfielen im Geschäftsjahr 1991 bereits fast 18% aller bewilligten IBRD-Darlehen auf osteuropäische Reformländer. Die Darlehen der Weltbank sind für Entwicklungsländer in einem fortgeschrittenen Stadium des wirtschaftlichen und sozialen Wachstums bestimmt und werden nur für genau umrissene, international ausgeschriebene Entwicklungsprojekte vergeben, sofern anderweitig kein Kapital zu angemessenen Bedingungen zu beschaffen ist. Im Vordergrund stehen dabei solche Projekte, die unmittelbar der Masse der armen Bevölkerung zugute kommen, indem sie die Produktivität dieser Menschen steigern und sie aktiv am Entwicklungsprozess mitwirken lassen. Aber auch Umweltschutzaspekte gewinnen eine immer grössere Bedeutung. Die Weltbank ist stets bestrebt, den Entwicklungsländern auch andere Kreditquellen zu erschliessen, indem sie bei einem grossen Teil der von ihr geförderten Projekte (1991 bei etwa 55% aller neuen Projekte) für eine Kofinanzierung mit anderen Kreditgebern sorgt. Bei der Darlehensvergabe muss die Weltbank die Aussicht auf Rückzahlung gebührend berücksichtigen. Die Darlehen werden nur an eine Regierung vergeben oder sind durch die betreffende Regierung zu garantieren. Während für die vor dem 1. 7. 1982 vergebenen Darlehen jeweils ein individueller Festzins vereinbart wurde, sind die nach diesem Zeitpunkt gewährten Darlehen variabel zu verzinsen, wobei der Zinssatz ohne Rücksicht auf Laufzeit (i. d. R. 15 bis 20 Jahre, davon 5 tilgungsfrei), Währung, Bonität des Schuldners oder Art des Projektes für alle Darlehen gleich ist. Er wird nach den Refinanzierungskosten der Bank kalkuliert und zu Beginn und zur Mitte jeden Jahres für jeweils sechs Monate festgelegt (1. 7. 1991: 7,73%). In den Jahren 1976 und 1977 hat die Weltbank ärmeren Entwicklungsländern über den "Dritten Schalter" Kredite zu günstigeren Bedingungen gewährt. Im Geschäftsjahr 1991 hat die IBRD Darlehen in Höhe von 16,4 Mrd. US-Dollar bewilligt. Seit ihrer Gründung bis zum 30. 6. 1991 hat sie insgesamt Darlehen in Höhe von 203,0 Mrd. US-Dollar an 111 Länder vergeben. Die ausstehenden Darlehen beliefen sich am 30. 6. 1991 auf 90,6 Mrd. US-Dollar. Darüber hinaus hatte die IBRD bis zu diesem Zeitpunkt weitere Darlehenszusagen in Höhe von 53,0 Mrd. US-Dollar erteilt. Die Finanzierung der Darlehen erfolgt aus: (a)   den von den Mitgliedsländern auf ihr gezeichnetes Grundkapital (1991: 139,1 Mrd. US-Dollar) eingezahlten Beträgen. Am 30. 6. 1991 waren allerdings nur 9,4 Mrd. US-Dollar eingezahlt. Der darüber hinausgehende Betrag kann von der Bank nur zur Erfüllung ihrer Verbindlichkeiten eingefordert werden und bildet somit reines Haftungskapital. (b)   den Darlehensrückzahlungen (1991: 9,1 Mrd. US-Dollar). (c)   den Reingewinnen (1991: 1,2 Mrd. US-Dollar); ein Teil dieser Gewinne (1991: 0,27 Mrd. US-Dollar) wird regelmässig an die IDA überwiesen. (d)   der Kreditaufnahme an den internationalen Kapitalmärkten, bei Regierungen und Zentralbanken, hauptsächlich mittels Begebung von festverzinslichen Anleihen und Schuldscheinen. Seit 1982 führt die IBRD in diesem Zusammenhang auch in grösserem Umfang Währungsswaps durch. 1991 betrug die Aufnahme neuer Kredite im lang- und mittelfristigen Bereich 10,9 Mrd. US-Dollar, im kurzfristigen Bereich (mit Laufzeiten bis zu einem Jahr) 5,4 Mrd. US-Dollar. Die gesamten lang-und mittelfristigen Anleiheverbindlichkeiten beliefen sich zum 30. 6. 1991 auf 84,8 Mrd. US-Dollar in 23 verschiedenen Währungen (davon 25,7 Mrd. in Yen, 23,0 Mrd. in US-Dollar, 12,5 Mrd. in DM und 7,0 Mrd. in sFr). Oberstes Organ ist der jährlich tagende Gouverneursrat, in den jedes Mitglied einen Gouverneur und einen Stellvertreter entsendet, die im wesentlichen nach den Kapitalanteilen ihrer Länder abstimmen. Die fünf grössten Anteilseigner verfügten am 30. 7. 1991 über folgende Stimmrechtsanteile: USA: 17,32%, Japan: 7,89%, Bundesrepublik Deutschland: 6,09%, Frankreich: 5,84%, Grossbritannien: 5,84%. Der Gouverneursrat hat die meisten seiner Befugnisse auf das mindestens monatlich tagende Exekutivdirektorium übertragen, das für die allgemeine Geschäftsführung verantwortlich ist, den Kurs der Bankpolitik festlegt und über die Vergabe der Darlehen beschliesst. Es besteht aus 22 Direktoren, von denen fünf von den Mitgliedsländern mit den höchsten Kapitalanteilen ernannt und die übrigen von den Gouverneuren der anderen Mitgliedsländer auf zwei Jahre gewählt werden. Im Exekutivdirektorium stimmt jeder ernannte Direktor mit den Stimmen seines Landes und jeder gewählte Direktor mit den Stimmen derjenigen Länder ab, die ihn gewählt haben. Die Verwaltung wird von dem Präsidenten geleitet, der vom Exekutivdirektorium auf fünf Jahre gewählt wird und diesem (ohne Stimmrecht) vorsitzt. Er ist gleichzeitig Präsident der IDA, der IFC und der MIGA.           Literatur: Bank für Internationalen Wiederaufbau und Entwicklung (Weltbank), Weltbank Jahresbericht 1991, Washington, D.C. 1991. Deutsche Bundesbank, Internationale Organisationen und Abkommen im Bereich von Währung und Wirtschaft, 3. Aufl., Frankfurt a. M. 1986 mit Beilage 1990.

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