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Informationsmanagement und Wissensmanagement

Wissensmanagement bezeichnet eine Richtung der aktuellen Managementlehre, die darauf abzielt, in Organisationen vorhandenes Wissen zur Erreichung der Unternehmensziele optimal einzusetzen und zu entwickeln. In weiten Teilen entspricht Wissensmanagement der traditionellen Dokumentation und ist auch eine Teildisziplin der Informationswissenschaft.

Das Wissen innerhalb eines Unternehmens wird dabei als Produktionsressource verstanden, die neben Kapital, Arbeit und Boden tritt. Informationssysteme leisten dabei einen Beitrag durch die Vernetzung der Mitarbeiter und die Bereitstellung von Informationen. Als Konsequenz wurde in den letzten Jahren der Vorstand vieler Unternehmen um die Position des Chief Information Officers (CIO) erweitert. Die Informationsverarbeitung eines Unternehmens muss dabei auf seine Gesamtstrategie abgestimmt werden bzw. umgekehrt.

Ein frühes, aber immer noch weit verbreitetes, in St. Gallen entwickeltes Modell entwirft dabei einen Wissenskreislauf aus

  • Wissensidentifikation,

  • Wissenserwerb,

  • Wissensentwicklung,

  • Wissensverteilung,

  • Wissensbewahrung und

  • Wissensnutzung.


Der "innere" Kreislauf bezieht sich auf die Zielsetzung, Umsetzung und Messung.
Der "äußere" Kreislauf stellt den traditionellen Managementprozess dar.

Auf Englisch bezeichnet man es auch als \'Knowledge Management\' oder als \'Information Engineering\'.

Kontrolle versus Kreativität
Instruktionen bedeuten für Menschen etwas anderes als für Computer. Viele Autoren meinen, dass Wissen gar nicht gemanaged werden kann, da Management Kontrolle beinhaltet, Wissen aber auch auf dem kreativem Umgang mit Kontext und Assoziationen aufbaut, der durch Kontrolle behindert wird (Georg von Krogh, 2000).

Literatur :

Ikujiro Nonaka, Hirotaka Takeuchi: Die Organisation des Wissens. Wie japanische Unternehmen eine brachliegende Ressource nutzbar machen Campus Verlag, 1997, ISBN 3593356430

Ikujiro Nonaka, Georg Von Krogh, and Kazuo Ichijo: Enabling Knowledge Creation Oxford University Press, 2000 , ISBN 0195126165

Biethahn, J./Mucksch, H./Ruf, W.: Ganzheitliches Informationsmanagement. Band I: Grundlagen, 4. Auflage, Oldenbourg-Verlag München 1996.

Schwarze, J.: Informationsmanagement: Planung, Steuerung, Koordination und Kontrolle der Informationsversorgung im Unternehmen, Verlag Neue Wirtschafts-Briefe, Herne 1998.

Wyssusek, Boris (Hrsg.): Wissensmanagement komplex. Perspektiven und soziale Praxis. Erich Schmidt Verlag, Berlin, 2004, ISBN 3503078223



Ist in der Praxis mit zwei unterschiedlichen Bedeutungen belegt: 1) Aus der Sicht der Fachleute der Informationsverarbeitung bedeutet Informationsmanagement das Management der technischen und personellen Ressourcen ihres Bereichs. Dazu zählen insbesondere die Rechner, die Software, die Netze, das Personal sowie die mit der Informationsverarbeitung eng verbundenen Bereiche wie z.B. die Telekommunikation. Informationsmanagement plant, steuert und kontrolliert sowohl die Entwicklung neuer Anwendungssysteme wie auch den Betrieb der Technik, auf der diese Systeme Laufen. 2) Aus der Sicht der Unternehmensleitung körpert Informationsmanagement einen Managmentansatz, dessen Aufgabe die möglichst optimal Versorgung aller betrieblichen Stellen mit denjenigen Informationen ist, die zur Erreichung der Unterrsmensziele benötigt werden. Aus der Erkenntnis raus, dass die Wertschöpfung in einem Unternehmen in zunehmendem Maße von der Qualität der Informationsversorgung abhängt, werden Information.: wichtigster Produktionsfaktor und Informationsverarbeitung als strategischer Wettbewerbsfaktor verstanden.

(engl. information management) Informationsmanagement befasst sich mit der wirtschaftlichen (effizienten) Planung, 4 Beschaffung, Verarbeitung, Allokation und Distribution von Informationen als Ressource zur Vorbereitung und Unterstützung von Entscheidungsprozessen sowie mit der Gestaltung der dazu erforderlichen Rahmenbedingungen. Generelle Aufgabe ist dabei das Erkennen und Ausschöpfen der Potenziale von . Informationssystemen im Sinne der Unternehmensziele. Auf Basis dieser breiten, entscheidungsorientierten Definition des Informationsmanagement Begriffs kann man verschiedene Schwerpunktsetzungen ableiten. Aus Sicht der Unternehmensführung (p Führung) ergeben sich etwa Fragestellungen bezüglich durch Informationstechnik induzierter Veränderungen organisatorischer Abläufe oder bezüglich des Abbaus von Informationsasymmetrien im Unternehmen. Aus einer technischen Sichtweise ergeben sich Aufgabenfelder bezüglich des Betriebs der informationstechnischen Infrastruktur. Eine systematische Strukturierung von Problem und Aufgabenfeldern des Informationsmanagements hinsichtlich der Nähe zur Informationstechnik kann gemäß einem Ebenenmodell vorgenommen werden (nach Wollnik; vgl. die Abbildung unten). Dabei stellen die einzelnen Ebenen Anforderungen an die jeweils darunter liegende und bieten Unterstützungsleistungen für die jeweils übergeordnete Ebene an.

In der oberen Ebene stehen die für die Entscheidungsfindung und Problemlösung erforderlichen Informationen im Mittelpunkt. Zu dieser Ebene gehören alle Aufgabengebiete, die direkt mit Informationen im Zusammenhang stehen. Dies beinhaltet insbesondere die Fragen, wer welche Informationen benötigt (d. h. die Informationsbedarfsanalyse) und wie diese Nutzern zur Verfügung gestellt werden (d. h. die Planung ihrer Bereitstellung). Die obere Ebene des Ebenenmodells kann auch als Informationsmanagement im engeren Sinne betrachtet werden, während die beiden unteren Ebenen weitgehende Überschneidungen zu Aufgabenfeldern der Wirtschaftsinformatik aufweisen. Aus der Ebene des Informationseinsatzes ergeben sich Anforderungen an die darunter liegende Ebene der Informations und Kommunikationssysteme. Dies betrifft insbesondere die Gestaltung von Informationssystemen bezüglich der Beschaffung, Verarbeitung und Bereitstellung von entscheidungsrelevanten Informationen (insbesondere auch im Zusammenhang mit dem Aufbau und Einsatz von Datenbanksystemen). Ausgehend von den einzusetzenden Informationssystemen ergeben sich Anforderungen an die für ihren Betrieb notwendige informationstechnische Infrastruktur (Rechner, Netzwerk, Systemsoftware u. A.), die Gegenstand der untersten Ebene ist. Querschnittsartig zum Ebenenmodell ergeben sich weitere Aufgabenfelder des Informationsmanagements wie etwa die Organisation des Informationsmanagements im Unternehmen, ein entsprechendes Personalmanagement sowie das Controlling der Informationsverarbeitung.

Das Ebenenmodell kann ergänzt werden durch eine Unterscheidung in internes und externes Informationsmanagement. Während sich die obige Erörterung des Informationsmanagements eher auf unternehmensinterne Fragestellungen bezog, steht beim externen Informationsmanagement («kundenorientiertes Informationsmanagement») der Informationsaustausch mit externen Partnern (z. B. Lieferanten, Kunden) des Unternehmens im Mittelpunkt. Während im Rahmen des internen Informationsmanagements die Schaffung von Informations und Koordinationsvorsprüngen gegenüber Wettbewerbern angestrebt wird, stellt sich beim externen Informationsmanagement u. a. die Aufgabe der effizienten informationstechnischen Unterstützung der Koordination von Transaktionen mit Unternehmenspartnern im Rahmen verknüpfter Leistungserstellungsprozesse.

Gewinnen, Aufbereiten, Verarbeiten, Speichern, Übertragen usw. von Informationen im Rahmen des Planungs- und Kontrollprozesses in der Bank. Spez. Aufgabe ist die Verdichtung der sehr zahlreichen laufend anfallenden Informationen - Informationsinput - aller Art zu aussagefähigen Managementinformationen - Informationsoutput - i. S. eines Managementinformationssystems.

Die Unternehmen haben erkannt, dass der Rohstoff Information heute erheblich, wenn nicht sogar entscheidend zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit einer betrieblichen Organisation beizutragen vermag. Ein betriebliches Informationsmanagement kann heute als Antwort der Unternehmen auf die vielfach beschriebenen Umwälzungen in der Unternehmensumwelt bezeichnet werden. Unter dem Schlagwort Informationsmanagement wird heute mehr als nur die technologische Dimension der Informationsverarbeitung verstanden. Verschiedene Studien haben belegt, dass der Einsatz von Informationstechnologie "per se" noch keine positiven Beiträge zum Unternehmenserfolg liefert. Vielmehr sind eine Abstimmung dieser Technologie mit den strategischen Unternehmenszielen und eine exakte Einsatzplanung erforderlich. Ein so verstandenes Informationsmanagement erfordert eine informationsorientierte Betrachtung des Unternehmens. Diese Aufgabe ist keine Angelegenheit, die auf Experten delegiert werden kann, sondern bedingt die Einbeziehung des Topmanagements. Auf der konzeptionellen Ebene lassen sich drei Dimensionen des Informationsmanagements unterscheiden: •   Das Informationspotential umfasst die Menge aller aktuellen und potentiell verfügbaren internen und externen Informationen und Informationsquellen des Unternehmens. Eine Verbesserung des Informationspotentials geschieht durch eine effektive Nutzung vorhandener oder durch die Erschliessung neuer Informationsquellen. •   Die Informationsfähigkeit beinhaltet die betriebliche Hard- und Softwarestruktur des Unternehmens sowie die eingesetzten Methoden, Instrumente und Systeme der   Informationsverarbeitung. Ein Entwicklungspotential besteht hierbei durch eine Verbesserung der Informationsinfrastruktur sowie durch die Entwicklung und Implementierung von Methoden, Instrumenten und Systemen der Informationsverarbeitung. •   Die Informationsbereitschaft betrifft zum einen die Fähigkeiten und die Motivation der Mitarbeiter zur aktiven Informationsaufnahme, Informationsverarbeitung und Informationsweitergabe sowie zum anderen die unternehmensspezifischen Gegebenheiten der Informationskultur. Im Rahmen dieser Dimension können Leistungssteigerungen durch koordinierende und motivierende Massnahmen sowie durch Abbau von Informations- und Kommunikationsbarrieren bzw. durch die Gestaltung kommunikationsfördernder Organisationsformen geschaffen werden. Eine hierarchische Dichotomie der Managementaufgabe in ein strategisches und ein operatives Informationsmanagement erlaubt diese generellen Aufgabenbereiche näher zu spezifizieren. Das strategische Informationsmanagement umfasst das Treffen von Grundsatzentschei düngen und deren Verdeutlichung im Unternehmen. Im einzelnen lassen sich folgende Aufgabenkomponenten unterscheiden: (1)     Die Erarbeitung und Kommunikation einer Informationsstrategie. Eine Informationsstrategie muss mit den anderen Funktionsstrategien eines Unternehmens und der Unternehmensgesamtstrategie abgestimmt sein. Sie dient als Orientierungsrahmen für die Ausgestaltung des operativen Informationsmanagements. (2)  Das Management der unternehmensorganisatorischen, kulturellen und personellen Entwicklung. Hierbei geht es insb. um den Aufbau einer informationsorientierten Unternehmenskultur, die wiederum den Abbau eventuell existierender institutioneller und persönlicher Informationsbarrieren erlaubt. (3)  Das strategische Management der betrieblichen Humanressource. Heutige Informations- und Kommunikationstechniken sind sehr komplexe Gebilde, deren produktive Nutzung nur durch entsprechend hochqualifizierte Mitarbeiter gewährleistet werden kann. (4)  Ein explizites Informationstechnologiema- nagement. Dessen Aufgabe ist die Identifizierung und Zurverfügungstellung wettbewerbsrelevanter Informationstechnologien. Die grundsätzliche Aufgabe besteht im Erwerb und der Bewahrung von Technologiekompetenz. (5)   Das Management strategischer Informationsressourcen. Damit die Information als "Waffe im Wettbewerb" verwendet werden kann, muss die strategische Relevanz der jeweiligen Information identifiziert werden.   informationsmanagement Dem operativen Informationsmanagement obliegt die Aufgabe der wirtschaftlichen Nutzung der informationstechnischen Infrastruktur. Hierin sind zwei Aufgabenschwerpunkte beinhaltet: das Informationssystemmanagement und das Endbenutzermanagement. Das Informationssystemmanagement umfasst alle bisherigen Aufgaben der Datenverarbeitungsabteilung: •   die Informationssystemplanung und Konfiguration, •   das Integrationsmanagement der Infrastrukturkomponenten, •   das Management des Systembetriebs, •   das Management der zentralen Informationsressource und •   die Benutzerschulung für zentrale Anwendungen. Das Endbenutzermanagement wird durch die einzelnen Fachabteilungen wahrgenommen, die aufgrund der zunehmend gewachsenen Kompetenzen ihrer Mitarbeiter sowie der vermehrt geäusserten individuellen Anforderungen bzw. der ad hoc nachgefragten Informationen eigenverantwortlich handeln. Die Aufgaben des Endbenutzermanagements sind im einzelnen: •   das Management der individuellen Datenverarbeitung, •   die Entwicklung und Implementierung von Anwenderprogrammen, •   das Management der dezentralen Informationsressourcen, •   die Benutzerschulung für individuelle Anwendungen.      Literatur: Heilmann, H.IGasswert, HJHorvath, P., Informationsmanagement - Aufgabe der Unternehmensführung, Stuttgart 1990.

ist das Leitungshandeln zur Beschaffung des Produktionsfaktors Information (siehe auch   Informati­onsbedarf) innerhalb von Unternehmen. Damit verbunden ist die Bereitstellung einer geeigneten   In­formationsinfrastruktur, d.h. der für Informations- und Kommunikationsaufgaben erforderlichen mate­riellen, institutionellen und personellen Ressourcen. Das Informationsmanagement bezieht sich einerseits auf   Informations- und Kommunikationssyste­me und andererseits auf die Erreichung der Unternehmensziele durch die betriebliche Informationsver­arbeitung und Kommunikation und ist damit gleichermassen der Wirtschaftsinformatik und der Be­triebswirtschaftslehre zugeordnet. Führungsaufgaben zur Planung, Überwachung und Steuerung der Informationsinfrastruktur nimmt das Informationsmanagement auf strategischer, administrativer und operativer Ebene wahr. Das Informationsmanagement strebt nach einer ganzheitlichen Sicht auf die betrieblichen Informations­und Kommunikationsaufgaben und die Informationsinfrastruktur, wobei der Beitrag zur Erreichung der Unternehmensziele unter Beachtung von Formalzielen, wie z. B. Flexibilität, Wirksamkeit, Wirtschaft­lichkeit und Qualität, im Vordergrund steht. Siehe auch   Wirtschaftsinformatik, Grundlagen (mit Literaturangaben).



Die Sonderstellung der Informationswirtschaft im Unternehmen re­sultiert aus dem Umstand, dass sie allen übrigen Funktionsbereichen als Service- und Clearing­stelle dient. Schließlich bildet Information als zweckorientiertes Wissen die Voraussetzung für die Entscheidungen aller Funktionsbereiche eines Unternehmens.
Zu den zentralen Aufgaben des Informationsma­nagement zählt es, Informationen aus externen und internen Quellen zu gewinnen, Informationen zu transformieren, d.h. aufzubereiten, zu spezifi­zieren, zu selektieren und zu verdichten, Infor­mationen zu speichern sowie zu dokumentieren, wiederzugewinnen und zu übermitteln.
Management-Informations-System (MIS)

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